Als wir Vier (Günther Denisell, Michael Wegner, Dorothea Schoop, Frank Zander) vor den Sommerferien 2009 beschlossen, eine Film-AG an der Klosterfeld-Grundschule anzubieten, war das genauso totales Neuland für uns wie auch für die teilnehmenden Schüler.
Auf jeden Fall erweckte die Ankündigung sehr großes Interesse, und die Aula war zur ersten Informationsveranstaltung gut gefüllt. Von den Anwesenden kamen dann tatsächlich fast 20 Schüler zum ersten Veranstaltungstag. Im Laufe der Zeit schrumpfte die Zahl der Interessenten auf ca. 12 Personen, was ja auch für solch eine Veranstaltung genug war.
Angefangen haben wir damit, erste Erfahrungen vor und hinter der Kamera zu machen – um ein bisschen ein Gefühl dafür zu bekommen, wie das alles funktioniert und was da herauskommen kann. Es wurden kurze Selbstvorstellungen gedreht und Interviewsituationen nachgespielt. Außerdem wurde die Veranstaltung – wie auch später – ab und zu durch Aufnahmen dokumentiert.

Dann aber kam zunächst ein wenig Theorie: Was ist eigentlich das Besondere an Film – z.B. im Gegensatz zu Theater. Die Erkenntnis: Der Zuschauer wird gezwungen, eine bestimmte Reihenfolge von Bildern/Einstellungen, die hintereinander angeordnet sind, anzuschauen. Es sind immer unter bestimmten Vorstellungen ausgewählte Bildausschnitte – mal sieht man viel, mal sieht man nur ein bestimmtes Detail.

Anhand von Filmbeispielen haben wir dann die verschiedenen Einstellungsgrößen kennengelernt und erklärt, welche Absicht dahinter steht, bestimmte Bildausschnitte zu wählen und hintereinander zu kleben.
Dann waren natürlich alle darauf heiß, selbst gemeinsam einen ersten Film herzustellen.

Ausgehend von einem Vorschlag (ein schreckliches Geräusch, das in der Schule immer wieder zu hören ist) wurde eine Idee entwickelt, ein Drehbuch dazu ausgearbeitet, die Darsteller für die verschiedenen Rollen ausgewählt (Casting), Sprech- und Spielproben durchgeführt und schließlich mit den Dreharbeiten begonnen.

Da sich die Dreharbeiten über mehrere Donnerstags-Termine hinzogen, gab es immer wieder Probleme, da manchmal Darsteller nicht anwesend waren oder jemand vergessen hatte, dieselbe Kleidung wie beim letzten Mal mitzubringen. Aber schließlich wurde der Film tatsächlich fertig abgedreht. Zwischendurch wurde immer die nächste geschnittene Version begutachtet.

Zu diesem Zeitpunkt hatten bereit alle verstanden, dass Filmemachen viel mehr Arbeit ist, als man denkt, und dass man viel Geduld und Konzentration braucht. Aber wenn man dann schließlich das Ergebnis sieht, ist man glücklich und zufrieden – die Arbeit hat sich gelohnt!

Nach diesem ersten Film (DIE SCHULE DES SCHRECKENS – Teil 1) beschlossen wir, erst einmal kurze Filme zu machen bzw. ein paar Tricks auszuprobieren. Dabei entstanden spontane Aufnahmen im Schulhof, aber auch Experimente wie Zeitraffer-Aufnahmen oder ein Rückwärtsfilm. Bei dem Rückwärtsfilm war die Aufgabe, eine Szene rückwärts zu spielen, die dann aufgenommen und im Computer umgedreht wurde, so dass die Szene dann wie eine normale Szene anzuschauen war: das Ergebnis waren Szenen, die zum Teil sehr eigenartige Vorwärtsbewegungen zeigten.

Schließlich wurde beschlossen, als letzten Film noch einen Stummfilm herzustellen; er sollte ein wenig so aussehen, wie die alten Stummfilme. Vorteil dabei war z.B., dass die Schauspieler keinen Text sprechen mussten. Aber ein Drehbuch musste doch auch wieder überlegt werden. Und natürlich mussten alle Szenen geprobt werden. So war der Film, der eigentlich als kurzer Film gedacht war, doch wieder ziemlich aufwändig (ca. 5 Drehtage).

Der Film wurde normal als Farbfilm gedreht. Nachdem der Film geschnitten worden war, wurde er im Computer folgendermaßen auf alt gemacht: die Geschwindigkeit wurde verdoppelt, so dass alle Bewegungen slapstickartig wurden; außerdem wurde die Farbe durch ein etwas bräunliches Schwarzweiß ersetzt; und schließlich wurden mit Hilfe eines Computerfilters noch Kratzer und andere Fehler eingebaut. Zum Schluss wurden dann noch ein paar Zwischentitel eingefügt und geeignete Klaviermusik unterlegt.


Die in der Film-AG hergestellten Filme wurden dann am Ende des Schuljahres mehrfach in der Aula vorgeführt. Die Zuschauer waren sehr angetan bis begeistert.
Jeder Teilnehmer der Film-AG erhielt natürlich eine DVD mit den Filmen. Die Ergebnisse der Film-AG können nun auch hier auf der Website begutachtet werden (» zu den Videos der Film-AG 2009/2010)
Und welche Erfahrungen haben wir nun gesammelt?
Und die Ergebnisse der Film-AG sind » hier anzuschauen - viel Spaß!
Frank Zander